Auf dem Spielplatz

Stell dir eine breite Treppe vor, die immer tiefer führt, durch eine schöne Landschaft  … Geh langsam die Treppe hinab, Stufe um Stufe … Mit jeder Stufe kann die Ruhe in dir größer werden … Du spürst vielleicht schon, wie dein Atem ruhiger wird … Du spürst vielleicht schon die Ruhe in dir wachsen … Die Stufen enden an einem Spielplatz …

 

Es ist Abend geworden, kein Mensch ist mehr hier, keine Kinder, keine großen Leute, der Spielplatz ist verlassen … Am Sandkasten liegt eine Schaufel, zwei kleine Eimerchen stehen daneben, beide zur Hälfte mit Sand gefüllt …

Alles ist ruhig … Wer aber hat die Schaukel bewegt? … Das ist der Wind, der auch in den Bäumen noch rauscht …

In einem Baum singt ein Vogel … Immer länger werden die Abstände zwischen seinen Tönen – bald verstummt er ganz …

Von fern ist nun vielleicht das Läuten von Glocken zu hören … Abendglocken … Und die langgezogenen Schreie der Schwalben am Himmel …

Die kleinen Geräusche machen die Stille noch tiefer …

Im Gras am Rande des Spielplatzes ist eine Schnecke unterwegs … Ihr ganzes Haus schleppt sie mit, auf der Suche nach einem guten Platz für die Nacht … Vielleicht da, an diesem großen Baum? – Oder dort, bei diesem Stein? … Die Schnecke kriecht weiter, ganz langsam, sie hat es nicht eilig, sie hat ihr Häuschen dabei und ist deshalb immer zu Hause …

Eine Katze tritt aus dem Gestrüpp und stolpert fast über die Schnecke. Schnell zieht sich die Schnecke in ihr Häuschen zurück. Die Katze schnüffelt an ihr – und schleicht dann weiter, über den Spielplatz davon …

Oben auf der Rutsche landet ein Vogel. Er schaut sich um – niemand ist hier. Er wippt mit seinem roten Schwänzchen – und flattert davon …

Ein Schwarm Vögel fliegt hoch über den Spielplatz, verschwindet irgendwo in einem Garten, wo die Vögel ihre Schlafbäume haben …

Im Gras hat jemand ein kleines Feuerwehrauto vergessen. Da steht es nun zwischen den Halmen, während die Dämmerung stärker wird …

Über den Bäumen des Spielplatzes steigt langsam der Mond … Sein Licht fällt über die ganze Welt … Die ersten Sterne erscheinen am Himmel …

Die Schaukel hat aufgehört zu schwingen – der Abendwind ist zur Ruhe gekommen …

Auch in den Bäumen ist es still … Vielleicht dass sich mal ein paar Blätter bewegen, von einem schlafenden Vogel vielleicht …

Über den Bäumen steigt weiter der Mond – langsam, ganz langsam – und doch kann niemand ihn aufhalten in seiner Langsamkeit …

Nach und nach erscheinen nun alle Sterne …

Im Gras am Spielplatz liegt eine Traummurmel … In der Traummurmel schimmert der Mond … In der Traummurmel schimmern die Sterne …

Du schließt die Augen und spürst dein weiches Bett unter dir … Wie gut es sich liegt! … Wie wohl du dich in ihm fühlen kannst! …

 

Da liegst du – ganz ruhig. Vielleicht kannst du die Ruhe in dir spüren. Die Ruhe ist überall in dir … Vielleicht kannst du spüren, wie schwer du bist. Dein ganzer Körper ist schwer, angenehm schwer … Vielleicht kannst du spüren, wie warm du bist. Die Wärme strömt durch deinen ganzen Körper. Du bist warm, angenehm warm … Dein Atem geht ein und aus, ein und aus, ganz ruhig und gleichmäßig, ganz von allein … Du bist ruhig, schwer und warm – ruhig, schwer und warm … Die Ruhe trägt dich in die Nacht, hinein in den Schlaf, in freundliche Träume …

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Die Traumreise stammt aus dem Buch: Volker Friebel (2020): Gute Nacht – mit Entspannung und Traumreisen. (Erhältlich im Buchhandel und bei den Versanden.)

Eine Liste von anderen erhältlichen Büchern und Audios von Volker Friebel zum Thema findet sich hier.


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