Das Glück des Glückskleeblatts

Stell dir in Gedanken eine breite Treppe vor, die vor dir beginnt und durch eine schöne Landschaft immer tiefer führt  … Geh langsam die Treppe hinab, Stufe um Stufe … Vielleicht spürst du dabei schon, wie dein Atem ruhiger wird … Vielleicht spürst du dabei in dir schon die Ruhe wachsen … Die Stufen enden an einer Wiese …

 

In der Wiese das Gewirr der Gräser und Blumen … Ihre leichte Bewegung im sanften Wind … Insekten summen freundlich … Im weiten Himmel über der Wiese fliegt eine Lerche und singt ihr unendliches Lied … Weiße Wolken ziehen, ziehen dorthin, wo die Sonne bald sinken wird …

Am Rand der Wiese führt ein Weg. Dort steht das Gras viel niedriger. Dort ist auch Platz für das, was nicht so hoch aufwachsen kann … Dort ist auch Platz für Gänseblümchen und Klee …

Mitten in einer großen Familie von Klee reckt sich ein Glückskleeblatt hoch in das Abendlicht … Es hat vier grüne Blätter statt nur drei wie der andere Klee. Das ist schon ein Unterschied. Aber das Glückskleeblatt hat sich nie darüber Gedanken gemacht – weil es nicht zählen kann. So weiß es gar nicht, dass es anders ist, als all die anderen … Und die anderen wissen es auch nicht … Und wenn sie es wissen, kümmert sie es nicht …

Wie freundlich das Licht auf das Glückskleeblatt fällt … Wie angenehm warm es ist … Das Glückskleeblatt seufzt wohlig unter der Berührung des Lichts … „Wie glücklich ich bin!“, denkt es.

Das Glückskleeblatt wiegt sich leicht hin und her, obwohl der Wind schon eine Weile nicht mehr weht … Ob es vielleicht zu einer Musik des Lichts tanzt? … Zu einem leisen Singen des Lichts, das sonst niemand hört, das vielleicht unhörbar ist, aber dennoch irgendwie da ist und das Glückskleeblatt zum Tanzen bringt? …

Oder tanzt es zum Lerchenlied, das immer noch klingt, von hoch am Himmel, während die Sonne gerade hinter fernen Bergen versinkt? …

Oder tanzt das Glückskleeblatt zum Zirpen der Grillen? … Oder zum Summen der Insekten über der Wiese? …

Doch vielleicht wiegt sich das Glückskleeblatt einfach nur so, auch ohne Musik, wiegt sich in der Freude über sein Leben, wiegt sich in der Freude über seine Familie, in der Freude über die unzähligen Gräser und Blumen der Wiese …

Und wiegt sich vielleicht auch in der Vorfreude auf die Dämmerung, wenn die ersten Sterne am Himmel erscheinen …

Denn die Sterne liebt das Glückskleeblatt über alles – ihre Ruhe, ihre Beständigkeit, ihre Bescheidenheit – obwohl doch erst sie die Nacht schön machen – und der Mond … „Wie glücklich ich bin!“, denkt sich das Glückskleeblatt wieder.

Die Sonne ist untergegangen, die Dämmerung wächst – und wirklich, die ersten Sterne erscheinen … Die ganze Wiese scheint den Atem anzuhalten – und dann ruhiger und tiefer weiterzuatmen …

Es ist die Ruhe der Sterne, die hinabreicht bis auf die Wiese … Es ist die Ruhe der Sterne, die hinabreicht bis zu den fernen Bergen … Es ist die Ruhe der Sterne, die hinabreicht bis in die Siedlung der Menschen, bis in jeden Garten, in jedes Haus, in jedes Zimmer der Menschen … Es ist die Ruhe der Sterne, die alles ruhig macht und gut in der Nacht … „Wie glücklich ich bin!“, sagt sich das Glückskleeblatt wieder tief in sich selbst hinein …

Mit den Sternen breitet sich das Glück immer weiter aus in der Welt …Vielleicht spürst du die Ruhe und das Glück der Sterne auch schon in dir … Vielleicht spürst du die Ruhe und das Glück der Sterne auch schon in der Ruhe deines Atems …

Immer mehr Sterne erscheinen am Himmel … Die Ruhe der Wiese wird immer größer und schöner … Die Ruhe der Sterne füllt alles aus … Das Glück der Sterne füllt alles aus …

 

Da liegst du – ganz ruhig. Kannst du die Ruhe in dir spüren? Die Ruhe ist überall in dir … Kannst du spüren, wie schwer du bist? Dein ganzer Körper ist schwer, angenehm schwer … Kannst du spüren, wie warm du bist? Die Wärme strömt durch deinen ganzen Körper. Du bist warm, angenehm warm … Dein Atem geht ein und aus, ein und aus, ganz ruhig und gleichmäßig, ganz von allein … Du bist ruhig, schwer und warm – ruhig, schwer und warm … Die Ruhe trägt dich in die Nacht, hinein in den Schlaf, in freundliche Träume …

 

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