Der Braunbär

Mach es dir ganz bequem … Während du dich noch ganz bequem räkelst, kannst du schon beginnen, angenehm ruhiger zu werden … Deine Augen können noch offen bleiben und auch zu ruhen beginnen – oder sie können sich schließen und die angenehme Ruhe spüren … Du hörst vielleicht noch Geräusche um dich, im Raum … oder von draußen … Und irgendwann können die Geräusche und jede Bewegung ganz gleichgültig werden … Und du spürst vielleicht schon, wie gut es sich anfühlt, einfach so da zu sein und eine Fantasiereise zu erleben …

 

In den weiten Wäldern des Gebirges lebt ein Braunbär. Stell dir vor, wie er seinen Pfad geht, von seiner Höhle unter der Felswand zum Waldbach …

Stell dir seine Schritte vor: Langsam und bedächtig setzt er Fuß vor Fuß. Du spürst seine Schwere, das Gewicht seines massigen Körpers, seine Kraft – und du spürst die Ruhe darin …

Der Pfad führt durch den Wald, zwischen hohen Fichten hindurch … Zwischen den Bäumen liegen hier und da mächtige Felsbrocken. Die stammen von alten Lawinen … Manche sind fast ganz schon überwuchert vom Moos …

In den Wipfeln der Fichten geht manchmal leise ein Wind. Die Steine aber sind still … Doch wenn du ganz hineinhorchst in diese Stille, dann hörst du vielleicht etwas darin wie eine kleine Melodie …

Die schweren Schritte des Bären fügen sich fest in den Waldboden … Der Waldboden liegt einfach nur da, weit ausgebreitet, ruhig und still … Der Bär geht einfach den Pfad, mit seinen ruhigen, kraftvollen Schritten …

In den Bäumen leben die Stimmen … Sie pfeifen, sie trillern, sie rufen einander, sie fliegen auf Federn mal hierhin, mal dahin … Es sind die Stimmen von Vögeln … In den Stimmen zeigt sich die Lebendigkeit des Waldes …

In den Hecken leuchten noch einige Blüten … Welke Blütenblätter liegen am Boden verstreut, wo immer ein Windstoß sie hintrug … In den Hecken schwellen Früchte … Bienen umsummen die Beeren und Blüten … Hier und da lässt eine sich nieder und untersucht eine Blüte genau … Dann fliegt sie auf, zur nächsten …

Der Pfad geht an den Hecken vorbei, hinaus auf eine kleine Lichtung … Dort liegt der Braunbär am liebsten, auf einer Felsplatte … Auch jetzt legt er sich hin … Er streckt seine schweren Glieder und räkelt sich … Er schließt seine Augen … Er spürt die Wärme der Sonne, die den Felsen durchdringt … Er spürt die Wärme auch in sich selbst … Er spürt die Wärme in sich strömen …

So liegt der Braunbär ein Weilchen … Vögel singen vom Wald her … Er spürt die Ruhe in sich und um sich herum im Wald … Er spürt seine Schwere … Er spürt die Wärme im Felsen und das Kreisen der Wärme in sich selbst … So liegt er ein Weilchen und achtet auf alles in sich und um sich herum … Er liegt in der Ruhe und spürt die neue Kraft in sich wachsen …

 

Und nun kommt die Fantasiereise langsam zum Ende, und du kehrst zurück in den Raum … Du spürst wieder den Raum um dich und hörst seine Geräusche … Die Ruhe ist weiter in dir. Und die Kraft. Du spürst vielleicht, wie die Ruhe und die Kraft in dir stärker geworden sind … Die Augen können sich wieder öffnen … Atme tief durch! Reck dich und streck dich …

 

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Die Fantasiereise ist noch in keinem Buch veröffentlicht.

Eine Liste von anderen erhältlichen Büchern und Audios von Volker Friebel zum Thema findet sich hier.


Ein Präsenz-Kurs, in dem wir Menschen, die mit Kindern arbeiten oder arbeiten möchten  Entspannungspädagogik vermitteln: Entspannungspädagogik für Kinder.

Ein Online-Kurs für Eltern mit einer Traumstunde für Kinder, die auf Fantasiereisen aufbaut: Entspannung für Kinder.

 


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