Entspannungsgeschichten

Kinder hören gern Geschichten. Weshalb also nicht diese nutzen, um für Kinder auch etwas zur Entspannung zu tun?

Entspannungsgeschichten unterscheiden sich von „normalen“ Geschichten. Sie sollen natürlich entspannend sein. Aufregung sollte deshalb nicht im Vordergrund stehen – und wenn doch, dann um Möglichkeiten einzuführen, mit Stress, Ruhelosigkeit, Konzentrationsproblemen umzugehen.

Wir erleben etwas und lernen dabei ganz nebenbei Möglichkeiten zur Bewältigung von Stress kennen, Möglichkeiten herunterzukommen, ruhiger zu werden – oder Möglichkeiten, uns besser zu konzentrieren, um achtsamer zu sein.

Solche Geschichten fördern interessanterweise auch Fantasie und Kreativität. Vielleicht weil diese am besten in einer entspannten Atmosphäre gedeihen. Und die Resilienz wird gefördert, die Widerstandskraft gegen Belastungen.

Entspannungsgeschichten für Kinder haben sich weit verbreitet. Anfangs waren sie dafür gedacht, ein konventionelles Entspannungsverfahren wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelrelaxation für Kinder vorzubereiten oder zu verlängern. Das kann auch heute noch ihre Aufgabe sein. Man erkannte aber bald ihren ganz eigenständigen Wert für die Entspannung von Kindern.

Über das Einflechten von Entspannungsmomenten in die Geschichten werden auch Kinder erreicht, denen solche Entspannungsweisen bisher unbekannt waren. Und die Themen von Geschichten können um Entspannung kreisen, können Kindern zeigen, wie sich Entspannung herstellen lässt.

In den Geschichten wird außerdem immer wieder Natur dargestellt. Es hat sich nämlich gezeigt, dass der Umgang mit Natur, auch bereits von Natur in Geschichten, zur Entspannung beiträgt und seelische sowie körperliche Gesundheit unterstützt.

Gleich bleibende Elemente sind wichtig für die Entspannung, sie beruhigen und geben Halt über die Vertrautheit, die das Bekannte vermittelt.

Gut ist ein besonderer Entspannungsteil gegen Schluss der Geschichte. Er sollte besonders langsam und mit Pausen gelesen werden. Am besten beginnt die Verlangsamung beim Sprechen bereits etwas vorher.

Im Anschluss an den Entspannungsteil kommt die Rücknahme der Entspannung. Das ist wichtig, wenn anschließend wieder etwas Aktiveres gemacht werden soll. Wird die Entspannungsgeschichte dagegen abends im Bett vor dem Schlafen gelesen, entfällt das und die Geschichte endet mit dem Entspannungsteil – und einem guten Schlaf.

Überlegen Sie, wann am Tag die beste Gelegenheit für die Entspannungsgeschichten ist. Oft ist das die Gutenachtzeit. Kinder genießen es, wenn ihnen noch etwas vorgelesen wird oder wenn sie selbst noch etwas lesen.

Die Entspannung kann unterstützt werden, wenn etwa eine Ruhe-Kerze (beispielsweise ein Teelicht) entzündet wird. Das ist dann Signal, dass etwas Besonderes folgt.

Vielleicht haben Sie mit Ihrem Kind auch ein anderes Signal für den Beginn der Entspannung.

Eine weitere Möglichkeit für die Entspannungsgeschichten wäre vor den Hausaufgaben. Es hat sich nämlich gezeigt, dass Entspannung die schulische Leistung unterstützen kann, durch Verbesserung der Konzentration.

Entspannungsgeschichten sind eine ausgezeichnete Weise, Entspannung kindgerecht zu ergänzen oder ganz in Geschichtenform durchzuführen. Ich wünsche, dass die Geschichten auch Freude machen, denn damit erst wird die Entspannung vollkommen.

 


Das war gekürzt aus der Einführung des Buchs Entspannungsgeschichten vom Wolkenschloss von Dr. Volker Friebel (2019).

Einige Beispiele für Entspannungsgeschichten:

Das Wolkenschloss
Die Dracheninsel
Für den Koch unterwegs

 


LiteraturtippVolker Friebel (2019): Entspannungsgeschichten vom Wolkenschloss. Edition Blaue Felder, Tübingen. Mit Illustrationen. PapierBuch: 112 Seiten, 14,90 Euro, eBuch (epub-Format): 7,99 Euro. Erhältlich in den Buchhandlungen und Versanden.

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